Vom 4. November bis zum 2. Dezember 2026 laden die Diakonie im Landkreis Lörrach und die Volkshochschule Lörrach & Steinen zu Informationswochen rund um die Themen Autismus, ADHS und Neurodivergenz ein. Auf dem Programm stehen mehrere Vorträge, eine Ausstellung sowie die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen, alltäglichen Herausforderungen und persönlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen.
Als Verein Autismus Südbaden e.V. möchten wir unseren Leserinnen und Lesern diese Veranstaltungsreihe besonders empfehlen. Die Angebote richten sich an Menschen im Autismus-Spektrum und mit ADHS, an Angehörige, Fachkräfte sowie an alle, die neurodivergente Lebensrealitäten besser verstehen möchten.
Alle Veranstaltungen finden in der Diakonie, Nansenstraße 10 in Lörrach, statt. Der Eintritt ist frei; Spenden sind willkommen.
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Eine Veranstaltungsreihe mit unterschiedlichen Perspektiven
Autismus und ADHS werden in der Öffentlichkeit zunehmend wahrgenommen. Gleichzeitig bestehen weiterhin viele Missverständnisse. Neurodivergente Menschen erleben ihren Alltag oft unter Bedingungen, die stark an gesellschaftlichen Erwartungen orientiert sind: Wie soll Kommunikation funktionieren? Wie müssen Beziehungen aussehen? Wie sollte Aufmerksamkeit gelenkt werden? Und welche Formen der Wahrnehmung gelten als „normal“?
Die Informationswochen möchten einen differenzierten Blick ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen neurologische Grundlagen, persönliche Erfahrungen, praktische Unterstützungsmöglichkeiten und die Frage, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen das Leben neurodivergenter Menschen beeinflussen.
Dabei geht es nicht nur um Herausforderungen. Ebenso werden Ressourcen, individuelle Stärken und unterschiedliche Formen von Wahrnehmung und Beziehungsgestaltung sichtbar gemacht.
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Vernissage und Ausstellung „Berührungspunkte“
Mittwoch, 4. November 2026, 19:30 bis 21:00 Uhr
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt frei – Spenden willkommen
Den künstlerischen Rahmen der Informationswochen bildet die Ausstellung „Berührungspunkte“ des Künstlers Jelle Hofs. Die Ausstellung ist vom 4. November bis zum 2. Dezember 2026 zu sehen.
„Berührungspunkte“ beschäftigt sich mit Beziehungen und den unterschiedlichen Formen, in denen Verbindung entstehen kann. Im Fokus stehen unter anderem:
– Liebe und Partnerschaft
– Familie
– Arbeit
– Natur
– die Beziehung zu sich selbst
Beziehungen entstehen nicht unabhängig von gesellschaftlichen Vorstellungen. Sie sind geprägt von Erwartungen, Normen und Rollenbildern. Diese beeinflussen, wie Nähe, Distanz und Verbundenheit wahrgenommen werden und welche Ausdrucksformen als verständlich oder angemessen gelten.
Die Ausstellung stellt deshalb eine wichtige Frage: Wie wird eine Beziehung wahrgenommen, wenn Empfinden und Ausdruck nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen?
Gerade für autistische Menschen kann diese Frage von großer Bedeutung sein. Kommunikation, Nähe, Rückzug und Verbundenheit können individuell sehr unterschiedlich erlebt und ausgedrückt werden. Was für die eine Person selbstverständlich erscheint, kann für eine andere unverständlich, überfordernd oder schlicht nicht passend sein.
„Berührungspunkte“ versteht Beziehungen als subjektive und zugleich gesellschaftlich geprägte Prozesse. Nähe und Distanz, Verbindung und Überforderung können gleichzeitig bestehen. Jede Beziehung ist dabei auch eine Beziehung zu sich selbst – zu den eigenen Bedürfnissen, Grenzen, Erfahrungen und Widersprüchen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, gewohnte Vorstellungen von Beziehung und Kommunikation zu hinterfragen und unterschiedliche Formen von Verbundenheit anzuerkennen.
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Autismus besser verstehen
Mittwoch, 4. November 2026, 18:00 bis 19:30 Uhr
Brigitte Wittich und Lea Steinebrunner
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt frei – Spenden willkommen
Zum Auftakt der Informationswochen geben Brigitte Wittich und Lea Steinebrunner eine Einführung in das Thema Autismus.
Autismus ist eine vielschichtige neurologische Entwicklungsbesonderheit. Häufig wird das Autismus-Spektrum als eine besondere Form der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung beschrieben. Diese kann sich unter anderem auf folgende Bereiche auswirken:
– den sozialen Umgang
– Kommunikation und Interaktion
– die Verarbeitung von Sinneseindrücken
– Denk- und Lernweisen
– Routinen und Verhaltensweisen
– den Umgang mit Veränderungen und Anforderungen
Der Vortrag vermittelt grundlegendes Wissen über Autismus und möchte Zusammenhänge im Alltag verständlicher machen. Dabei geht es nicht um ein einheitliches Bild von Autismus, sondern um die große Vielfalt innerhalb des Spektrums.
Zusätzlich geben die Referentinnen Einblicke in ihre praktische und therapeutische Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum. Im Mittelpunkt stehen dabei auch Fragen, die Angehörige und Fachkräfte im Alltag beschäftigen können: Wie lassen sich unterschiedliche Wahrnehmungsweisen nachvollziehen? Welche Unterstützung kann hilfreich sein? Und wie können autistische Menschen in ihrer Selbstbestimmung und Teilhabe gestärkt werden?
Brigitte Wittich ist Heilerzieherin, Lea Steinebrunner Sozialarbeiterin. Beide arbeiten im Teilhabezentrum der Diakonie Lörrach und bringen praxisnahe Erfahrungen aus der Begleitung von Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen mit.
Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung „Berührungspunkte“ zu besuchen.
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ADHS verstehen: Neurologische Grundlagen und persönliche Stärken
Mittwoch, 18. November 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr
Steffi Zimmermann
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt frei – Spenden willkommen
ADHS wird häufig mit Unaufmerksamkeit, Impulsivität oder Unruhe verbunden. Diese Begriffe greifen jedoch zu kurz und werden der Lebensrealität von Menschen mit ADHS oft nicht gerecht.
Der Vortrag von Steffi Zimmermann beschäftigt sich mit der besonderen Art der Aufmerksamkeitssteuerung, der erhöhten Impulsivität und der inneren Unruhe, die mit ADHS einhergehen können. Ebenso geht es um die Missverständnisse und den Leidensdruck, die daraus im Alltag entstehen können.
Aus neurologischer Sicht werden unter anderem folgende Fragen betrachtet:
– Was geschieht im Gehirn von Menschen mit ADHS?
– Wie unterscheidet sich die Aufmerksamkeitssteuerung?
– Warum können alltägliche Aufgaben manchmal besonders schwerfallen?
– Wie erklären sich Schwierigkeiten mit Planung, Organisation und Zeitgefühl?
– Welche Rolle spielen Reize, Motivation und Impulssteuerung?
Der Vortrag möchte ADHS verständlich erklären und zugleich den Blick auf die Ressourcen richten. Denn mit ADHS können auch besondere Fähigkeiten und Potenziale verbunden sein. Häufig genannt werden beispielsweise Kreativität, Ideenreichtum, Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität oder die Fähigkeit, sich intensiv in bestimmte Themen zu vertiefen.
Dabei geht es nicht darum, Herausforderungen kleinzureden oder ADHS ausschließlich positiv darzustellen. Vielmehr soll deutlich werden, unter welchen Bedingungen persönliche Stärken sichtbar werden und wie diese im Berufsleben und im privaten Umfeld gezielt genutzt werden können.
Steffi Zimmermann ist als ADHS-Coach und Trainerin tätig. Darüber hinaus arbeitet sie als psychologische und systemische Beraterin sowie in der Burnout-Prävention. Sie verbindet fachliche Grundlagen mit einer praxisnahen und ressourcenorientierten Perspektive.
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Autismus aus Innen- und Außensicht: Beziehungen und alles andere
Mittwoch, 25. November 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr
M.Sc. Matthias Huber
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt frei – Spenden willkommen
Beziehungen können für alle Menschen herausfordernd sein. Für autistische Menschen können soziale Erwartungen, unausgesprochene Regeln und unterschiedliche Kommunikationsweisen jedoch zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringen.
Der Vortrag „Autismus aus Innen- und Außensicht: Beziehungen und alles andere“ widmet sich diesen Fragen aus einer besonderen Perspektive. Matthias Huber möchte mit seiner eigenen Geschichte Mut machen, sich auf das Abenteuer von Beziehungen einzulassen – auch dann, wenn Beziehungsgestaltung nicht immer intuitiv oder unkompliziert erscheint.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
– unterschiedliche Formen von Beziehungen
– Missverständnisse und Erwartungen
– Kommunikation und gegenseitiges Verstehen
– Nähe, Distanz und persönliche Grenzen
– die Frage, wie Beziehungen unter individuellen Bedingungen gelingen können
Matthias Huber verfügt über langjährige fachliche Erfahrung. Er arbeitete 18 Jahre als Autismus-Experte an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der UPD Bern in den Bereichen Diagnostik, Therapie, Beratung und Weiterbildung.
Seit 2023 berät er autistische Menschen, Eltern und Fachpersonen in der Autismusfachberatungsstelle der Stiftung Kind & Autismus in Urdorf im Kanton Zürich. Darüber hinaus hat er selbst Autismus und kann deshalb sowohl aus fachlicher als auch aus persönlicher Perspektive berichten.
Diese Verbindung von Innen- und Außensicht verspricht einen besonders wertvollen Einblick in die verschiedenen Ebenen von Beziehungen und in die Frage, wie gegenseitiges Verständnis wachsen kann.
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Alltag strukturieren – Unterstützung bei Reizüberforderung
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr
Brigitte Wittich und Lea Steinebrunner
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt frei – Spenden willkommen
Im Alltag wirken zahlreiche Eindrücke gleichzeitig auf uns ein. Geräusche, Licht, Gerüche, Gespräche, Bewegungen und wechselnde Anforderungen können für Menschen mit besonderen Wahrnehmungsverarbeitungen schnell zu einer Überforderung führen.
Der Vortrag „Alltag strukturieren – Unterstützung bei Reizüberforderung“ zeigt Möglichkeiten auf, wie alltägliche Abläufe übersichtlicher und vorhersehbarer gestaltet werden können.
Vorgestellt werden unter anderem:
– visuelle Hilfen
– individuelle Tages- und Wochenpläne
– klar gegliederte Abläufe
– Orientierungshilfen für Aufgaben und Termine
– einfache Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag
– Strategien für den Umgang mit Reizüberforderung
Struktur kann Sicherheit und Selbstständigkeit fördern. Sie kann helfen, Anforderungen besser einzuschätzen, Übergänge zu erleichtern und Aufgaben Schritt für Schritt zu bewältigen. Dabei ist wichtig, dass Unterstützung individuell angepasst wird. Was einer Person hilft, kann für eine andere unpassend sein. Deshalb stehen die persönlichen Bedürfnisse und die konkrete Lebenssituation im Mittelpunkt.
Brigitte Wittich ist Heilerzieherin und Fachberaterin für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Lea Steinebrunner ist Sozialarbeiterin. Beide arbeiten im Teilhabezentrum der Diakonie Lörrach und begleiten Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen im Alltag.
Der Vortrag richtet sich an Angehörige, Fachkräfte und alle, die nach praktischen Möglichkeiten suchen, den Alltag für sich selbst oder andere verständlicher und reizärmer zu gestalten.
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Warum sich ein Besuch lohnt
Die Informationswochen verbinden fachliche Informationen mit persönlichen Erfahrungen und künstlerischer Reflexion. Dadurch entsteht ein vielseitiges Programm, das Autismus und ADHS aus mehreren Blickwinkeln betrachtet.
Besonders wertvoll ist, dass nicht nur Defizite und Schwierigkeiten thematisiert werden. Die Veranstaltungen zeigen auch:
– wie unterschiedlich Wahrnehmung und Kommunikation sein können,
– welche Unterstützung im Alltag hilfreich ist,
– wie Beziehungen individuell gestaltet werden können,
– welche Ressourcen Menschen mit ADHS und Autismus mitbringen,
– warum gesellschaftliche Erwartungen kritisch hinterfragt werden sollten,
– und wie mehr Verständnis und Teilhabe entstehen können.
Die Angebote eignen sich sowohl für Menschen, die bereits persönliche Erfahrungen mit Autismus oder ADHS haben, als auch für Interessierte, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen möchten.
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Alle Termine im Überblick
| Datum | Veranstaltung | Zeit |
|---|---|---|
| Mittwoch, 4. November 2026 | Autismus besser verstehen | 18:00–19:30 Uhr |
| Mittwoch, 4. November 2026 | Vernissage „Berührungspunkte“ | 19:30–21:00 Uhr |
| Mittwoch, 18. November 2026 | ADHS verstehen | 19:00–20:30 Uhr |
| Mittwoch, 25. November 2026 | Autismus aus Innen- und Außensicht: Beziehungen und alles andere | 19:00–20:30 Uhr |
| Mittwoch, 2. Dezember 2026 | Alltag strukturieren – Unterstützung bei Reizüberforderung | 19:00–20:30 Uhr |
Veranstaltungsort:
Diakonie, Nansenstraße 10, Lörrach
Eintritt:
Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Spenden sind willkommen.
Ausstellung „Berührungspunkte“:
4. November bis 2. Dezember 2026
Weitere Informationen finden sich im Flyer.




